Hegegemeinschaft Grebenhain
Hegegemeinschaft Grebenhain

Rehwild 

  • Ordnung: Paarhufer
  • Unterordnung: Wiederkäuer
  • Familie: Geweihträger (Cervide)
  • Unterfamile: Trughirsche
  • Geschlechter: Bock, Geiß oder Ricke, Jährlingsbock, Schmalreh, Bockkitz, Geiß-oder Rickenkitz
  • Brunft: Einzelbrunft, Blattzeit, Juli-August
  • Tragzeit: 42 Wochen davon 18 Wochen Eiruhe bis Dezember
  • Setzzeit: Mai-Juni, 1-2 Kitze, selten 3, Ablegetyp (Kitze werden 6-7 Monate gesäugt)
  • Gehörn: Rosenstöcke, Rosen, Stangen (Fegen März-Juni, alt vor jung), Abwurf der Stangen Oktober bis Dezember (alt vor jung)
  • Gebiss: Gebiss fertig ab 13- 15 Monate, (Wechsel P4  von drei- in zweiteilig)
  • Biotop: Wald, Felder, Feldgehölze, Wiesen, Mischwald, also Gebiete mit häufigem Wechsel (nur im Wald = Waldreh, nur außerhalb = Feldreh)
  • Haarkleid: Sommer rot bis rotbraun, Winter grau bis graubraun mit weißem  Spiegel, Wechsel zweimal jährlich, jung verfärbt früher, alt später.
  • Verhalten: Sommer einzeln (territorial), Winter gesellig in Sprüngen
  • Ernährung: Konzentratselektierer Blüten, Blätter, Triebe, Kräuter Saat, Klee, usw. abhängig von der Jahreszeit, aber wenig Gras (nur 5 % der Gesamtäsung)
  • Jagdzeit: Kitze vom 1. September bis 31. Januar / Schamlrehe vom 1. Mai bis 31. Januar / Ricken vom 1. September bis 31. Januar / Böcke vom 1. Mai bis 31. Januar

 

Merkmale:

  • Wechselt Haarkleid zweimal jährlich
  • Junge Stücke färben früher (Mai und September), ältere Stücke später (Juni und Oktober)
  • Färbung Sommer = gelblichrot bis rotbraun, Spiegel schwach abgezeichnet
  • Färbung Winter = grau bis graubraun; Spiegel weiß
  • Schlechtes oder verspätetes oder lang anhaltendes Verfärben sind Anhaltspunkte für eine schlechte Verfassung
  • Wiederkäuergebiss (Aufbau wie Rotwild)
  • Frisch gesetztes Kitz hat bereits komplettes Milchgebiss
  • Dauergebiss nach 13 bis 15 Monaten
  • Dritter vordere Backenzahn im Milchgebiss dreiteilig, im Dauergebiss zweiteilig
  • Unterkiefer beim Bock mit ausgeprägter Furche nach unten, bei der Geis mehr nach hinten
  • Gut entwickelter Geruchssinn, Gesichtssinn mäßig, Gehör gut
  • Gezählt wird das Ende der endenreichsten Stange und die Anzahl verdoppelt (daher gibt es gerade und ungerade)
  • Erstlingsgehörn schiebt August bis September die Rosenstöcke, darauf wächst das Erstlingsgehörn (knopfartig); erkennbar am Fehlen der Rosen
  • Erstes Folgegehörn, Jährling, Spießer, Rosenbildung
  • Junge Böcke werfen ab Dezember (spät), ältere ab Oktober (früh)
  • Fiepen = Lockruf
  • Schrecken = Laut bei Beruhigung
  • Klagen = Laut bei Schmerz
  • Blattzeit = Brunftzeit beim Rehwild (Juli / August - 3-4 Wochen)

 

Ansprechen

 

Ein einjähriges Schmalreh erkennt man am jungen Wildkörpers auf kurze Distanz recht einfach. Ein schlecht veranlagter Knopfbock wird manchmal fälschlicherweise für eine Ricke gehalten, weil ein richtiges Ansprechen des Rehbocks nicht möglich war und wird deswegen geschont. Jeder kennt das Phänomen des alten Bockes, der im Mai noch seine graue Winterdecke trägt, während der junge Rehbock schon von weitem rotbraun erscheint. Für das ansprechen der Rehböcke wird oft der Spruch zitiert: „Jung verfärbt zuerst und Alt verfärbt zuletzt“, verlassen sollte man sich darauf jedoch nicht. Generell sollte man sich bei der Jagd immer daran halten, dass sicheres Ansprechen von Wild vor Fehlabschuss schützt! Dem Anspruch der Jagd wird nur der gerecht, der bei der Bockjagd verantwortungsbewusst anspricht und in einer unklaren Situation, wenn ein richtige Ansprechen des Rehwildes nicht gewährleistet ist, den Finger gerade lässt. “Schiesswütige” haben im Jagdrevier nichts verloren.

 

So sprechen sie bei der Bockjagd richtig an

 

Beim Ansprechen des Rehbocks bei der Bockjagd orientiert man sich am Körperbau, Zeitpunkt des Verfärbens und Fegens und nach dem Verhalten Rehbocks. Die Trophäe selbst kann nur bedingt für die Altersbestimmung genutzt werden.

 

Den einjährigen Rehbock ansprechen:

Verfärben: Verfärbt sich als erster im Frühling, Rotbraune Färbung

Körperbau: Träger dünn und lang, wird hoch getragen, Haupt schmal, Gesicht braun, der Bock wirkt hochläufig.

Hauptschmuck: das Geweih wird sehr spät geschoben und meist erst im Juni gefegt.

Verhalten: unvorsichtig, unruhig und verspielt, steht noch bei der Geiß (Mutter) und bei den Geschwistern.

 

Den zwei- bis dreijährigen Bock ansprechen:

Verfärben: verfärbt im Vergleich zum Jährlings-Bock etwas später.

Körperbau: Träger bereits stärker, wird nicht mehr so hoch getragen, Vorderläufe stehen noch eng, Gesicht auffallend bunt (weißer Muffelfleck meist zweijährig, sich auflösend meist dreijährig).

Hauptschmuck: das früh geschobene Geweih ist im April/Mai blank.

Verhalten: steht bereits allein, ist jedoch noch relativ unvorsichtig.

 

Den vier- und fünfjährigen Rehbock ansprechen:

Verfärben: verfärbt spät und ist Anfang Juni noch grau.

Körperbau: Träger stark und wird fast waagrecht getragen, Körper wirkt gedrungen, die Vorderläufe stehen breit; er hat einen Vorschlag.

Hauptschmuck: Geweih bereits Ende Oktober abgeworfen, schiebt daher früh und ist Anfang April bereits blank. Verhalten: misstrauisch und vorsichtig, duldet keine jüngeren Böcke neben sich und vertreibt sie. Er tritt erst spät aus seinem Tageseinstand aus.

 

Weibliches Rehwild ansprechen

Bei der Geiß kann das Alter nur geschätzt werden. Beim Ansprechen orientiert man sich Stärke und Figur. Das Schmalreh hat eine eher jugendliche Körperform, einen dünnen Träger und ein junges Gesicht. Ältere Geiße lassen sich an Hand der eckigen Figur mit leicht eingefallenen Flanken (Nierenstich) leichter ansprechen.

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